Ein Test aus der EAR IN 3/2017

Amerikanisch abgedreht

Die Headline verlangt eine Klarstellung: Ich meine das nicht politisch, sondern auf den Kopfhörer Abyss AB 1266 Phi bezogen. Der ist nämlich ein positives Beispiel dafür, dass es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben unbegrenzte Möglichkeiten gibt, die auch zu solch leicht abgedrehten Produkten führen können.

Das hat Charme. So einfach mal in die Vollen, ohne Rücksicht auf Kleinigkeiten wie Kostenkalkulation (Erbsenzählerei), Ästhetik (Blödsinn, HiFi ist ein Männerhobby) oder einfach alles, was nicht dem ultimativen Klang oder solider Unzerstörbarkeit dient (if it brakes, make it bigger). Ergonomie oder Passform? Da kann man vielleicht geringfügige Zugeständnisse machen – müssen wir noch darüber reden. Schließlich hat ja sogar Harley die Sache mit dem Starrrahmen irgendwann aufgeben und Federelemente an Motorrädern verbaut. Bis dahin hat es aber auch ein Fahrradsattel getan. Nun kommt der Abyss AB 1266 Phi nicht aus Milwaukee, Wisconsin, sondern aus Lancaster, New York, und zwar aus der Schmiede von JPS Labs. Schwerpunktmäßig hat sich die Firma auf HiFi-Kabel spezialisiert und vor einigen Jahren mit Abyss eine Marke für kompromisslose, magnetostatische Kopfhörer etabiliert. Und ja, den Vorgänger, den Abyss AB 1266, habe ich schon vor drei Jahren an dieser Stelle einmal vorgestellt.

Zur diesjährigen High End hat Abyss aber die neue, überarbeitete ”Phi” Version mitgebracht, und der rührige Deutschland-Vertrieb in Form von Uwe Heile hat mir den neuen Wurde von Joe Subinski, Chef und Mastermin von JPS Labs, für einen Test zur Verfügung gestellt.

Ausstattung

Prinzipiell handelt es sich beim Abyss AB 1266 Phi um einen offen gebauten, magnetostatischen Kopfhörer. Aber um was für einen. Die Treiber werden einzeln von Hand bei JPC beziehungsweise Abyss gebaut. Im Vergleich zum Vorgängermodell haben die Amerikaner vor allem am Magnetsystem gearbeitet – das große Phi ist unter anderem die physikalische Bezeichnung für den magnetischen Fluss. Okay, das Tüfteln an den Magnetstrukturen der magnetostatischen Treiber gehört offensichtlich zu den Lieblingsbeschäftigungen von Entwicklern magnetostatischer Kopfhörer. Darüber hat mir schon Sankar Thiagasamudram, Mitbegründer und Chefentwickler von Audeze, einen stundenlangen Vortrag gehalten.

Klar, dass Kabelspezialist JPS den Kabeln noch Aufrüst-Optionen biete. Das bessere, flexiblere 2,5-m-Kabel JPS Labs Superconductor HP Dual balanced kostet schlanke 2.500 Euro extra

So auskunftsfreudig wie bei Audeze gibt man sich bei Abyss leider nicht. Am ”Chassis” hat sich offensichtlich wenig getan. Der schwarz anodisierte Aluminiu-Bügel, an den die Treiber starr befestigt sind, scheint mir unverändert. Und auch das elastisch aufgehängte Kopfband aus Leder, das die Konstruktion auf dem Kopf und über den Ohren schweben lässt, scheint mit keine Veränderung erfahren zu haben. Die magnetisch haftenden Ohrpolster aus Lammleder, die weiterhin kaum Kontakt zu Ohren oder zum Kopf aufnehmen, gab es auch schon beim Vorgänger. Kleine Veränderungen gab es bei den elektrischen Parametern, die neue Version hat mit 42 Ohm eine etwas geringere Impedanz und mit 88 dB einen etwas höheren Wirkungsgrad als der Vorgänger. Auch die aktuelle Version will über ein eigenes Kabel pro Kanal symmetrisch angesteuert werden. Für das neue Modell bietet JPS Labs auch ein gegenüber dem Serienkabel aufgewertetes Austauschkabel an.

Passform

Passform? Kann man so eigentlich nicht sagen. Der AB 1266 Phi passt nicht, soll nicht passen, muss auch garnicht passen. Zumindest nicht im üblichen Sinn. Wenn das Gerät auf dem Kopfband über den Ohren schwebt, reicht das völlig. So hält der Abyss sogar erstaunlich sicher. Gut, Headbangen sollte man damit nicht, aber es ist kein Problem, den Kopf zu neigen um an der Kaffeetasse zu schlürfen oder auch mal nach dem auf dem Couchtisch vor einem liegenden Plattencover zu greifen. Dabei bleibt der Kopfhörer, wo er hingehört. Der große Vorteil eines so entspannten Sitzes, bei dem die Ohrpolster kaum den Kopf berühren, ist, dass Brillenträger kein Problem mit dem Abyss haben.

Klang

Der Abyss 1266 Phi

Mittlerweile ist auch bei einem Kopfhörer ein Preisschild von 5.000 Euro kein Alleineinstellungsmerkmal mehr – da hatte ich inzwischen auch andere in der Redaktion. Und von Geräten wie einem Sennheiser HE1 (neuer Orpheus) für mittlerweile 60.000 Euro oder einem HiFiMan Shangri-La, der hier um die 70.000 Euro kosten würde, wollen wir mal gar nicht reden. Innerhalb seines preislichen Umfeldes ist der AB 1266 Phi sein Geld wer, das muss ich an dieser Stelle ganz deutlich sagen. Was dieser Kopfhörer an Transparenz, Auflösung und Details bietet, ist atemberaubend. Dass er das Ganze immer in einem musikalischen Zusammenhang belässt, macht Ihn perfekt. Ich kenne kaum einen Kopfhörer, der ein großes Symphonieorchester so überzeugend abbilden oder einen großen Konzertflügel in seinem gesamten Facettenreichtum und seiner Komplesität so darstellen kann wie der AB 1266 Phi. Und wenn Zaz in ”Je veux” eindringlich singt, ”vergiss Dein Geld”, möchte ich Ihr leidenschaftlich beipflichten. Allerdings – ohne Geld kann man sich einen AB 1266 Phi niemals leisten.

Test: Tektron TKEL34PSES-I: die Mitte ist alles

Test: LowBeats 2017/06

Wenn Röhrenspezialist Uwe Heile von der Berliner Audio Offensive (unter anderem Graham, Kiseki, Kron, NAT) ein Produkt in seinem Vertrieb aufnimmt, darf man zumindest schon einmal gespannt sein. Vor allem, wenn es sich um einen offenkundig per Hand aufgebauten Single Ended Röhrenvollverstärker aus einer italienischen Manufaktur handelt, der mit einigermaßen properen 15 Watt pro Seite aufwartet und dennoch unter der 2.500-Euro-Marke bleibt. LowBeats Autor Carsten Bussler (der von Röhren ebenfalls sehr viel versteht) hat sich den durchaus eigenwilligen Tektron TKEL34PSES-I genauestens angesehen. Hier ist sein Bericht:

Tektron TKEL34PSES-I: Sehr viel sperriger geht’s nimmer, und wer sich eine solche Typenbezeichnung einfallen lässt, der ist schon rein emotional sehr stark der Technik verhaftet. Unterstelle ich mal. Dabei lässt sich die kryptische Bezeichnung relativ leicht auflösen: Tektron EL34 Parallel Single Ended Stereo Integrated. Alles klar?!

Es handelt sich beim LowBeats Probanden also um einen Stereovollverstärker mit der guten alten Pentode EL34 in Parallel-Single-Ended-Schaltung (wie erfreulich: endlich einmal kein profanes Push-Pull-Design…). Eingangs-bzw. treiberseitig gesellen sich zwei 6SL7 Doppeltrioden hinzu und als Gleichrichter kommt pro Kanal eine GZ34 ins Spiel. Zwar kein sonderlich aufregendes, gleichwohl ein solides und hochanständiges Setup, das erahnen lässt, wohin die (klangliche) Reise gehen könnte.

Der Tektron TKEL34PSES-I in ganzer Pracht und voller Bestückung in – wie soll man sagen? – klassischem Design (Foto: C. Bussler)

Hinter dem italienischen Hersteller Tektron verbirgt sich eine bereits 1990 gegründete Firma, die mit der Restauration und dem Verkauf alter Dampfradios begann. Es lag nahe, später auch direkt Röhren und Ersatzteile zu verkaufen, bis Tektron sein Angebot schließlich um Röhrenverstärkerbausätze sowie entsprechende Fertiggeräte erweiterte.

Bis heute hält Tektron für Selbstbauer übrigens ein umfassendes Angebot bis hin zu eigens gefertigten Übertragern parat. Dieser Ursprung im DIY spiegelt sich denn auch konsequent im gesamten Design des Verstärkers wider: Für die meisten Kunden dürften beispielsweise die fehlenden Gravuren für die Röhrentypen in Sockelnähe keine größere Hürde darstellen, die Röhren dennoch korrekt einzustecken, wo sich hingegen der eine oder andere Neuling womöglich eine klare Zuordnung gewünscht hätte.

Die Röhrensockel sind übrigens einfache Kunststofftypen, hier hätte ich mir zum Kurs von immerhin 2.500 Euro für das Gerät langlebige Keramiktypen gewünscht. Ebenso könnten sich empfindliche Gemüter daran stören, dass die Übertrager auf der Chassis Oberseite bezüglich ihrer Kanten nicht exakt „fluchtend“ ausgerichtet sind. Kleinigkeiten? Kleinigkeiten!

Die Röhrensockel des Tektron TKEL34PSES-I sind aus Kunststoff (Foto: C. Bussler)

Der Netzschalter befindet sich auf der Front – gut so. Marketinggetriebene Designfüchse haben andernorts ja schon häufig bewiesen, dass sie diese gerne versteckt auf der Geräterückseite positionieren und die Nutzer zum gefährlichen Griff über die heißen Röhren zwingen, um mehr oder minder blind nach dem Schalter tasten zu müssen… Zumal wenn man wie ich den Vollverstärker sowohl aus optischen als auch aus Gründen des Wärmemanagements ohne die Abdeckhaube aus Plexiglas betreibt. Diesen Luxus kann sich leisten, wer seinen Haushalt weder mit Katzen noch mit kleinen Kinder teilt.

Etwas schrullig: die schwarze und somit schlecht lesbare Beschriftung der Bedienelemente des Tektron TKEL34PSES-I (Foto: C. Bussler)

Ach ja, die Front: Außer dem Netzschalter gibt es noch zwei weitere optisch identische Knöpfe für die Lautstärkeregelung und die Quellenwahl, mit der sich einer der drei Hochpegeleingänge auswählen lässt. Etwas misslich, dass sich die schwarze Beschriftung für die jeweilige Funktion auf dem dunklen Holz des Chassis kaum bzw. nur aus der Nähe lesen lässt; macht aber andererseits auch nichts, denn diese wenigen Funktionen lernt man schnell auswendig. Für 200 Euro Aufpreis gibt es außerdem eine Fernbedienung, welche bequemeren Zeitgenossen weiteren Komfort bietet und eine Fehlbedienung vermeiden hilft.

Der Tektron TKEL34PSES-I bietet eine Form der Minimalausstattung: 3 x Hochpegeleingang, Lautsprecher für linken und rechten Kanal (Foto: C. Bussler)

„Hinten“ befinden sich neben den drei Cinchbuchsenpärchen für die Hochpegelquellen hochanständige Lautsprecherbuchsen für Bananenstecker oder zum Verschrauben blanker Litzen. Eine Bezeichnung der Hochpegeleingänge findet der Besitzer in Form von Zahlen (1-3). Es findet sich sogar Platz für die obligatorischen Aufkleber, welche neben der Seriennummer die CE Konformität ausweisen und dem Besitzer symbolisch nahelegen, den Verstärker nicht im Hausmüll zu entsorgen.

Reicht jetzt mit Aufklebern – auf den interessanten Rest des Wusts an Gesetzen geht das Manual ein: Die RAEE Compliance ist nur für den italienischen Markt relevant und dürfte der WEEE Richtlinie zum Umgang mit Elektroschrott entsprechen. Und auch für die Nennung der RoHS Compliance war offenbar kein Platz mehr – hach, wie ich die europäische Regulierungswut liebe (Hallo Brüssel, schön, dass es euch gibt!)…

Noch so eine schrullige Lösung aus der Dampfradio-Zeit: Der Boden des Tektron TKEL34PSES-I besteht aus einer festeren Lochpappe (Foto: C. Bussler)

Die Gehäuseunterseite offenbart die Verwendung einer stärkeren Lochpappe als Gehäuseboden, auf welchem sich vier flache Kunststofffüße befinden. So richtig Vertrauen erweckend erscheint mir diese Lösung zunächst nicht in Anbetracht des Verstärkergewichts von immerhin 18 kg, gleichwohl sich die Füße natürlich am Rand des gelochten Gehäusebodens und damit unterhalb des Last aufnehmenden Gehäuserahmens befinden, welcher den Boden einfasst. Dieses gepresste Pappbrett schrauben wir also flugs ab und sehen den komplett frei verdrahteten Innenaufbau.

Esoterisches à la Sprague, Ölpapierkondensatoren oder ähnliches fehlt beim Tektron TKEL34PSES-I gänzlich, dafür ist die solide Bauteile-Hausmannskost handwerklich sauber aufgebaut, freilich ohne dass es dafür einen Preis zu gewinnen gäbe. Aber seien wir ehrlich: Selbst das blitzsauberste Design mit perfekten Lötstützpunkten in militärisch rechtwinkliger Draht- und Kabelführung nützt klanglich nix, wenn die Schaltung nicht vernünftig ausgelegt ist.

Mit 15 Watt Ausgangsleistung ist der Tektron mithin gut gerüstet für eine relativ breite Auswahl nicht allzu unempfindlicher Lautsprecher – ab ca. 90 dB/W/m Empfindlichkeit dürfte nicht allzu viel schief gehen. Wie immer gilt auch hier die Faustregel für Röhren-Amps: je empfindlicher desto besser. Wobei es genauso wichtig ist, den Röhrenverstärker nicht mit allzu komplexen Lasten oder zu kleinen Impedanzen zu quälen. Eine Frequenzweiche in Form eines Bauteilegrabs sollte es also nicht unbedingt sein, um Impedanz und Phase nicht unnötig auf Achterbahnfahrt zu schicken… (Regulär bietet der Tektron TKEL34PSES-I an den Lautsprecherklemmen die standardmäßigen vier bzw. acht Ohm Impedanz; andere Übertrager-Anzapfungen sind auf Kundenwunsch aber möglich. Wer also beispielweise seine PHY-HP Breitbänder mit 16 Ohm Impedanz mit dem Tektron antreiben möchte, der lässt sich „seinen“ Verstärker vor Auslieferung entsprechend anpassen.)

Der Tektron TKEL34PSES-I im Hörtest

Den Wunsch leichter Kost habe ich diesem Single Ended Verstärker gerne erfüllt: Zum Einsatz kamen unter anderem ein Horn mit Fostex-Breitbänder und ein Tang Band Breitbänder im TQWT-Gehäuse (Tapered Quarter Wave Tube), beide mit relativ einfacher Entzerrung. Weiterhin dienten feine Breitbänder von Seas in einer Transmission Line als Spielpartner (Exotic F8 & FA22RCZ) sowie ein Ciare CH250 in offener Schallwand – diese drei letztgenannten verzichten übrigens alle völlig auf eine Entzerrung. Die Wirkungsgrade der fünf Vollbereichsbreitbänder bewegen sich in der Spanne zwischen 91 und 96 dB/W/m. Als „Verstärkergegenspieler“ und Vergleichsmaß zum Tektron TKEL34PSES-I habe ich einen Tsakiridis Aeolos herangezogen, der ebenfalls über vier EL34 Endpentoden verfügt, die hier allerdings im Pseudotriodenbetrieb und in Push-Pull Anordnung mit geringer 6 dB-Gegenkopplung laufen und damit für ca. 20 Watt Ausgangsleistung gut sind. Was mich aus rein praktischer Sicht (des Testers) begeistert hat, ist der Umstand, dass es sich beim getesteten Tektron nicht um ein neues, sondern ein bereits gut eingespieltes Vorführgerät handelt. Das übliche langwierige Einspielprozedere für Neugeräte out of the box konnte somit entfallen und es ging gleich in die Vollen.

Das eingelassene Logo Tektron TKEL34PSES-I Plakette (Foto: C. Bussler)

Ich möchte den wesentlichen Charakter des Tektron bereits jetzt vorwegnehmen: Die riesengroße Stärke dieses Verstärkers ist der Mitteltonbereich. Fast bekomme ich das Gefühl, dieser Italiener hielte es ganz und gar mit der Philosophie der (Lautsprecher-)Entwicklerlegende Paul Klipsch, der bereits 1971 folgendes feststellte:

„Es ist und bleibt ungemein schwierig, die Leute – und da sind die Entwickler inbegriffen – davon zu überzeugen, dass es die Mitten sind, die für die Wiedergabe wirklich relevant sind und dass hier Verzerrung am ärgerlichsten und Amplitudenfehler am deutlichsten zu hören sind.“

Diese eigentlich auf Exponentialhörner bezogene Aussage soll hier nur die generelle Wichtigkeit des Mitteltonbereichs und damit eben jenes Bereichs verdeutlichen, der die menschliche Stimme wiedergibt und in dem das menschliche Gehör besonders empfindlich (für Fehler) ist. Hier macht der Tektron nicht die geringsten Fehler! Insbesondere Vokalisten und Instrumentales arbeitet er wunderbar plastisch und subtil heraus, feinste Schwingungen und Nuancen werden sauber hörbar und machen gerade kleinere Besetzungen zu einem besonderen Erlebnis. Aber dazu gleich mehr.

Die hier geschilderten Höreindrücke spiegeln nämlich nicht nur meine eigenen wieder. Ein Bekannter, seines Zeichens ein sehr versierter Röhrenfrickler, war mit von der Partie. Wer sich wie er eine EL34 Push-Pull-Endstufe mit gleich vier (!) EL34 pro Kanal aufbaut und den Unterschied zwischen NOS-Röhren und chinesischen bzw. russischen Nachbauten generell negiert, der bewertet die Qualität von HiFi-Geräten mithin sehr pragmatisch („Du immer mit deinem NOS-Quatsch. Die Schaltung macht den Klang und ’ne Schaltung ist ’ne Schaltung.“)

Ein Austausch der Röhren (Tube Rolling) war in unserer Hörsession mit dem Tektron TKEL34PSES-I also eher kein Thema. Dafür stand uns gemeinsam wie oben geschildert eine breite Auswahl an Lautsprechern zur Verfügung. Auf den Drehteller kamen zunächst etliche Jazz-Sachen – eigentlich nicht so mein Ding. Aber mein Besuch war ganz begeistert ob der spielerischen Leichtfüßigkeit insbesondere kleinerer Ensembles. Weiter ging es mit gefühlt so ziemlich jeder Scheibe aus seiner (nahezu) kompletten Rolling Stones Sammlung. Angie, Sympathy for the Devil, (I Can´t Get No) Satisfaction, Start Me Up, Beast of Burdon,…

Mein euphorisierter Besucher verlangte mir echt alles ab, gleichwohl ich nichts gegen guten Rock habe. Uns beiden fiel auf, dass der Tektron bisweilen doch etwas den Überblick verliert, wenn es mal richtig kracht. Ok, unsere Abhörlautstärken bewegten sich auch bereits im (für mein Empfinden) grenzwertigen Bereich – jetzt fehlten im Tiefton einfach Wucht und Substanz und die Geschwindigkeit schien etwas gebremst zu sein. Harsches Klipping am „oberen Ende“ ist aber kein Thema, der Hochton erscheint im Grenzbereich eher noch etwas runder zu werden. Womöglich liegt die Ursache hier auch im Übertragerverhalten (mutmaße ich), was meine Ohren in diesem Fall zu danken wissen.

Danach setzte ich mich mit meinem (Rock-)Geschmack durch und es folgten einige Runden AC/DC, was manchmal fast etwas zahm klang und auch die Hells Bells aus dem Intro des gleichnamigen Songklassikers tönten nicht sonderlich furchteinflößend. Also schalteten wir einen Gang runter und legten etwas Deutschrock auf: Der gute alte Marius Müller Westernhagen durfte ran. Mit Pfefferminz bin ich dein PrinzMit 18, Dicke, Freiheit

Das alles ging mit dem Tektron TKEL34PSES-I verdammt gut und machte riesig Spaß – der Fußwippfaktor setzte nun ein. Erstaunlich: Insbesondere im Zusammenspiel mit der seinerseits, Bauart bedingt „unten rum“ doch eher limitierenden, offenen Schallwand (mit dem Ciare CH250) funktionierte das Zusammenspiel ganz ausgezeichnet und alles rastete nun irgendwie ein. Eine Erklärung für dieses Phänomen habe ich nicht – einen kompensatorisch basspotenteren Lautsprecher hätte ich hier vorab eher als passenden Partner angesehen. Und für Rio Reiser Fans ist bei der Live Version von Für immer und Dich schließlich absolute Gänsehaut garantiert – laut hören!

Fazit Tektron TKEL34PSES-I:

Offenkundig hat der alte Paule Klipsch doch Recht: Stimmt die Mitte, darf sich der Rest Schwächen leisten. Beim Tektron TKEL34PSES-I ist das genau der Fall. Die Mitten sind eine Offenbarung, an den Frequenzenden schwächelt der Italiener. Und weil auch die Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung gewisse Schwächen zeigen, können wir hier keine generelle Kaufempfehlung aussprechen. Der Tektron TKEL34PSES-I ist ein Röhren-Vollverstärker für Musikfreunde, die genau wissen, was sie wollen, die unbestrittenen Vorzüge dieses Röhrenvollverstärkers zu schätzen wissen und über seine Schwächen hinwegschauen können. Ein Verstärker für Kenner.

Test aus der AUDIO, Ausgabe 07/2017

SUPER-DAC

Diskrete digitale Signalverarbeitung, perfekt gepaart mit schmelzigem Analogsound. Nichts weniger als das will der italienische Hersteller Aqua mit dem La Scala MK II erreichen. Dazu setzt der DAC auf Hybrid-Technik, hat also Röhren im Ausgang. Geht das Konzept auf? ■ Von Christian Möller

Optologic nennt der italienische Hersteller sein Wandlerkonzept, das im La Scala MKII zum Einsatz kommt. Während vorherige Versionen noch auf integrierte Siliziumwandler von BurrBrown setzten, die auch schon einen sehr guten Klang erzeugten, besinnt sich die Optologic-Technologie auf gute alte Werte: diskret aufgebaute Widerstandsnetzwerke. Doch immer schön der Reihe nach: Beginnen wir mit dem Gehäuse. Es besteht komplett aus Aluminium, die silberfarbene Front klassisch gebürstet, alles andere ist in mattem Grau gehalten. Das Gerät steht sehr gut entkoppelt auf vier großen und spitz zulaufenden Gummifüßen. Zwei mächtige Drehschalter für den Ein/Ausschalter und die
Quellenwahl ergeben die Bedienelemente. Ein kleiner Kippschalter befindet sich etwas versteckt im Lüftungschlitz an der Vorderseite. Mit ihm kann man die Phase des Ausgangssignals um 180 Grad drehen. An der Rückseite gibt es jede Menge Anschlüsse. Input erhält der La Scala über S/PDIF (Koax oder BNC) AES/EBU (XLR) oder Ethernet über den synchronen I2S-Anschluss, der hauptsächlich für den CDPlayer La Diva aus eigenem Hause gedacht ist. Auch der immer wichtiger werdende USB-Port für den Anschluss von Mac oder PC ist vorhanden. Das gewandelte Analogsignal kann man entweder unsymmetrisch per Cinch-Buchsen oder symmetrisch über XLR-Anschlüsse weiterleiten. Nun zu den Inneren Werten: Gleich zwei Transformatoren bilden die Stromversorgung, je einer für den analogen und den digitalen Teil des Wandlers. Die Trennung ist sinnvoll, da hochfrequente Anteile aus der digitalen Signalverarbeitung gerne mal auf den analogen Teil übersprechen und für unangenehme Störungen sorgen. Nicht so beim La Scala, beide Baugruppen sind galavanisch komplett voneinander getrennt. Die Dekodierung der Digitalsignale überlässt Aqua keinem allgemein erhältlichen Decoderchip, sondern hat dafür einen FPGA-Prozessor selbst programmiert. Das Herzstück schließlich ist das Wandlermodul. Jedes der 24 Bits wird per Widerstandsnetzwerk einzeln über hochgenaue Metallfilmwiderstände in einen Spannungswert umgewandelt und endlich zum finalen analogen Signal aufsummiert. Um Störungen bei diesem Prozess weitgehend zu vermeiden, kommen zusätzliche Optokoppler zum Einsatz, die den digitalen Bereich komplett vom analogen Teil des Wandlers abtrennen. Ein Hybridschaltkreis bestehend aus MOSFET-Transistoren und zwei handselektierten Telefunken-Trioden (ECC81) bereitet das analoge Signal nach dem Wandler auf und führt es zu den Ausgängen. Die komplette Stufe arbeitet in Class-A-Topologie. Für den Hörtest betrieben wir den DAC per USB an einem MacBook und spielten unkomprimierte FLAC-Dateien zu. Mit traumwandlerischer Sicherheit stellte der Aqua impulsreiche Musik in den Raum. Al Di Meloas Interpretation des alten Beatles-Klassikers „And I Love Her“ sprang förmlich aus unseren Referenzboxen. Wenn der Gitarrenmeister den Rhythmus mit knallenden Schlägen auf sein Instrument begleitete, zeigte der La Scala, was Impulsfestigkeit bedeutet. Kein Verwaschen, nicht die geringste Trägheit war zu spüren – das war Weltklasse! Und es durfte gern auch ein wenig lauter werden. Metallicas „Enter Sandman“ ist ein schwieriges Stück für viele HiFi-Ketten, doch auch hier glänzte dieser DAC mit sauber getrennten Instrumenten, jedes einzelne Tom-Tom ließ sich lokalisieren. Eine Wucht

Testbericht aus der Image Hifi 03/2017 Autor: Andreas Wenderoth  Bilder: Grandinote & Rolf Winter

Grandioses Dream-Team

Öffnet man die Verpackungen, liegen – ganz großes Kino –

weiße Handschuhe auf einer samtig-roten Decke, die locker um die Verstärker geschlagen ist. Gleich wird aus der Kiste vermutlich noch ein Herr mit Zylinder steigen und ein paar Zaubertricks vorführen, denkt man. Ein solch verführendes Entree steigert die Vorfreude, und die Idee des Bühnen-Zauberers ist im Grunde auch gar nicht weit hergeholt, denn diese Verstärker lieben den Auftritt. Und nutzen ihn – keine Illusion – für buchstäblich magische Momente. – Doch bevor wir die Augen
schließen, machen wie sie erst einmal auf. „Proemio“, heißt so viel wie „Vorwort“ oder auch „Präambel“
und macht dem vorgelagerten Ort in der Kette klar, „Silva“ ist die Abkürzung von Silvana – so heißt Magris Großmutter (es gibt auch
noch eine Phono-Stufe Celio, die er nach seinem Großvater benannt hat). Die Verstärker kommen in einem schwarz-silbernen
Gehäuse daher, das deutlich amtliche Ausmaße hat. Mit 15 Kilo ist die Proemio nicht eben leicht (die Endstufe wiegt sogar satte 40 Kilo und ich bewundere Vertriebschef Uwe Heile dafür, mit welcher Lässigkeit er sie allein in den vierten Stock getragen hat!). Und eigentlich auch ziemlich groß. Wenn auch nicht im konventionellen Sinne (die Front ist mit 31,8 cm relativ schmal), denn die Verstärker gehen (wenn da mal kein Sinnbild dahintersteckt!) neben der Höhe vor allem in die Tiefe, die Endstufe noch ein bisschen mehr
als die Vorstufe: Mit 47 Zentimetern passt sie gerade eben noch auf meinen TimeTable. Während sie außer einem schwarzen Ein/-Aus-
schalter über keine weiteren Bedienelemente verfügt, rahmt bei der Vorstufe ein spiegelndes Metallband die Bedienelemente. Je drei
symmetrisch angeordnete Knöpfe links und rechts vom Display, das sich mit einem zweiten Rahmen nochmals grafisch abhebt. Auf
der – ebenfalls größtmöglicher Symmetrie verpflichteten – Rückseite befinden sich hochwertige Anschlüsse, drei XLR-, drei Cinch-
Eingänge und zwei Ausgänge, einmal symmetrisch, einmal unsymmetrisch. Die Endstufe Silva verfügt ausschließlich über einen symmetrischen Eingang.
Mit den Knöpfen auf der Frontseite (die von ihrer Anmutung de-
nen auf der angenehm schlichten, sehr flachen weißen Fernbedienung entsprechen, sie erinnert ein wenig an einen iPod) lassen
sich Eingangswahl, Balance und Grund-Lautstärknebst Mute-Schalter, aber auch eine spezifische
Lautstärke für jeden Eingang festlegen. Was sehr angenehm ist, um etwaige Gain-Unterschiede der
Quellgeräte auszugleichen. Aber auch, weil der Verstärker ohne diese Voreinstellung nach jedem Ein-
schalten grundsätzlich bei 0 beginnt, was ein bisschen mühsam sein kann. Über den Knöpfen thront
ein Firmenlogo, das offenbar für Blinde geschaffen wurde (eine Idee kleiner könnte es meinem ganz
persönlichen Geschmack schon sein), darunter, ebenfalls immer noch aus dem Nebenzimmer gut
lesbar, der Name des Verstärkers. Den man ja auch so nicht vergessen würde.
Es liegt übrigens kein Stromkabel dabei, ein klares Zeichen dafür, dass man den Grandinotes mit einer
Standardstrippe Gewalt antun würde. Vertriebschef Uwe Heile hat mir freundlicherweise ein JPS Labs
Aluminata Reference mitgebracht. „Das ist richtig gut“, hatte er gesagt, was so viel heißen muss, dass er
meine Kabel allenfalls für ok hält. Der Gerechtigkeit halber muss ich meine (mir sehr ans Herz gewachsenen) HMS selbstverständlich entschieden verteidigen, aber ein Direktvergleich macht deutlich, dass das Aluminata noch ein paar Feinheiten mehr herausholt und die Grandinotes sozusagen zum vollen Erblühen
bringt. Allerdings kostet das Kabel ja auch fast viermal so viel. Und: Die Kombi klingt – so viel sei hier
schon verraten – auch ohne Aluminata schlichtweg überragend.
Eine andere Geschichte, mit der man sich zunächst eine Weile beschäftigen muss, ist die Aufstellung. In
Unkenntnis davon, wie „heiß“ die Endstufe wirklich wird (sehr heiß!), hatte ich sie zunächst zu nah am
Plattenspieler platziert. Als dann aber – durch mehrere Bretter hindurch – die Unterseite meines Artemis „erglühte“ und ich merkte, das dies nicht nur der Vorfreude auf
seine neuen Spielpartner geschuldet war, holte ich sie von dort schleunigst weg. Ich habe verschiedene TimeTables, aber die Silva
beansprucht eindeutig die große Fläche und will völlig frei stehen. Ein Platz, den sie sich aber auch redlich verdient: Die Silva braucht
Luft zum Atmen. Und auch keineswegs eine Tom Evans-Phonostufe in ihrer Nähe: Kurzer Moment der Irritation, aber sobald ich
den 20th Anniversary Mk II ein gutes Stück entfernter stelle, ist das Brummen sofort verschwunden. Übrigens rät Magri, seine Endstufen niemals vor den Lautsprechern, und auch nicht auf gleicher Höhe, sondern immer etwas zurückgesetzt zu positionieren. Ich
halte mich daran, welcher Verstärker will schon im Nahfeld von Schallwellen durchgerüttelt werden?
Sobald der runde Power-Knopf im unteren Drittel der schwarz eloxierten Aluminium-Frontplatte gedrückt ist, heißt es zunächst:
Warten. Der mit großen digitalen Zahlen begleitete Countdown von 99 auf 0 verlangt – im Sinne einer optimalen Arbeitsspannung – ein wenig Geduld. Die jedoch schnell belohnt wird, sobald man anfängt zu hören. Zum Beispiel Johnny Guitar Watsons
” Ain’t that a bitch” (DJF Records 20485 A, LP) aus dem Jahr 1976: Sicherlich
keine im engeren Sinne audiophile, aber dennoch großartige Scheibe. Das zweite Stück der ersten Seite heißt vielsinnig „I want to ta-ta you Baby“ und ist ein lupenreiner Blues. Erste Überraschung: die Kraft. Die Endstufe mit ihren vermeintlich bescheidenen 2-mal 37 Class A-Watt treibt mühelos meine Sehring-Lautsprecher, die mit ihren 84 dB ja nun nicht gerade als Wirkungsgrad-Wunder gelten. Der tief herunterreichende E-Bass hat Druck,
ist schnell und dermaßen souverän zupackend, dass man, würde man es nicht besser wissen, denkt, man sitzt vor einer Anlage mit
der mehrfachen Leistung. Bass und Schlagzeug (hinten links) knallen einem fast brutal in die Bauchhöhle, kein Wabern, sondern entschlossene Attacke. Aber zugleich mit tonalen Nuancen, die klarmachen, dass hier eben nicht nur schiere Kraft, sondern auch viel
Feingeist im Spiel ist. Weit öffnet sich der Raum, herrlich schieben die Bläser, und glasklar liegt über allem die Telecaster des viel zu
früh verstorbenen Meisters. Mit seiner Stimme, die ich – mal abgesehen von ihrer immensen Coolheit – in früheren Ketten doch zu-
weilen als eine Spur, ich will nicht sagen „gepresst“, aber doch leicht verdichtet, in Erinnerung habe. Davon kann hier keine Rede mehr
sein. Sie wirkt völlig gelöst und hat jede Menge Raum. Wie auch die gesamte Aufnahme luftiger, offener und räumlicher wirkt, als ich
sie je gehört habe. Dass das Stück Drive hat, wird man auch auf einer schlechteren Kette kaum bestreiten können, aber mit den
Grandinotes „swingt“ es eben noch deutlich mehr, so als würde, wie von Geisterhand (wahrscheinlicher: der Hand des Signor
Magri) das präzise Zusammenspiel der Musiker noch deutlicher offengelegt werden.
Die Geschichte von Grandinote, südlich von Mailand gelegen, ist die einer langen Reise, die mit der Magnetosolid-Technologie ihr
Ziel gefunden zu haben scheint. Im Grunde begann sie 1993, als sich der künftige Elektronik-Ingenieur Massimiliano Magri, damals 20 Jahre jung, sein erstes Wickelgerät für Übertrager besorgte. Bis heute haben alle von ihm konstruierten Verstärker eigen-
händig gewickelte Übertrager. 1996 baut Magri seinen ersten Verstärker namens Araldo, damals noch mit Röhren, weil das, wie
er fand, einfacher zu handhaben war. Er ist nicht unzufrieden mit dem Klang, glaubt aber, dass es noch besser gehen muss. Zur Jahr-
tausendwende hört Magri auf, Röhrenverstärker zu bauen, weil er denkt, dass die Zeit für etwas Neues herangebrochen ist.
Mit seinen ersten Magnetosolid-Protototypen gelingt es ihm, die Hörer zu verblüffen: Transistorverstärker, die nach 300-B
Röhren klingen! Leider haben sie aber auch noch das, was Magri in der Regel für den Hauptnachteil der meisten Röhrenverstärker
ansieht: einen etwas vagen Tiefton. Insgesamt hätte er auch gerne noch ein bisschen mehr Energie und Dynamik. 2005 lässt er sich
seine Magnetosolid-Technologie patentieren. Der erste ausentwickelte Verstärker mit Grandinote-Emblem heißt „A Solo“ und
klingt genau so, wie er es sich vorstellt: natürlicher und organischer als gewöhnliche Transistor-Verstärker, ”reicher”, aber zugleich mit deutlich konturierterem Bass.
 In den nächsten Jahren verfeinert er seine
Geräte, arbeitet insbesondere weiter am Tiefton und erhöht zugleich die Dynamik.
Die reinen Class A-Verstärker von Grandinote haben laut Magri konstruktionsbedingt mehr Band-
breite und zugleich einen höheren Dämpfungsfaktor als gewöhnliche Röhrenverstärker. Überhaupt
als jeder andere Verstärker, der ohne Gegenkopplung auskommt. Zwischen den Verstärkerstufen verwendet Magri keinerlei Kondensatoren, sondern setzt auf Direktkopplung, was, wenn man ihm folgt,
schwieriger ist, aber im Ergebnis lohnend: „Wenn es so entscheidend ist, ob ich einen Mundorf-, Jantzen-

oder anderen Kondensator verwende, heißt das im Silva Umkehrschluss doch, dass Kondensatoren immer

ein klanglimitierender Faktor sind!“ Die einzigen Kondensatoren sitzen bei ihm im Netzteil, in der Ausgangstufe und im unsymmetrischen Schaltkreis, wo es sich nicht vermeiden lässt – ein Grund, warum er einer symmetrischen Verbindung immer den Vorzug geben würde.
Magri hat den Doppelmonoaufbau so konsequent betrieben, dass seine Vollverstärker und Stereo-Endstufen jeweils zwei Netzkabel benötigen. Aber auch im symmetrisch aufgebauten Proemio sind, wenn man ihn öffnet, die Module fast spiegelbildlich gedoppelt. Außerdem, auch das eine Besonderheit (für
ihn selbst eher eine Selbstverständlichkeit), verwendet er Übertrager. Nein, er ist nicht der Erste, der Aus-

gangsübertrager in Transistorgeräten verwendet (in der Vergangenheit hat zum Beispiel auch McIntosh damit experimentiert), aber sein Schaltungsdesign

unterscheidet sich von anderen erheblich, weil er sich viel mehr vom gewöhnlichen „solid state“ entfernt hat. Magri sagt, er baut Röhrenverstärker, nur eben ohne Röhren. Und weil das Herz eines Röhrenverstärkers nun einmal die Ausgangs-Übertrager sind, haben auch seine Verstärker konsequenterweise
Übertrager. Auch wenn sie sich, wegen der unterschiedlichen Strombedürfnisse, sehr von den in
Röhrenverstärkern verwendeten unterscheiden. Eines der Attribute, mit denen er selbst seinen Sound
beschreibt, ist „sweet“, was ich persönlich für einen zumindest leicht irreführenden Akzent halte: Denn
von einem süßlich-schönenden Röhrensound kann beim besten Willen keine Rede sein. Die Proemio ist
schnell, lebendig und, ich bin mit dem Wort zurückhaltend, aber hier trifft es die Sache, organisch. Sicherlich kein Studiogerät, kein reiner Signaldurchreicher, natürlich macht sie etwas, verlässt die Ebene des
rein Neutralen, nie unangenehm (im Gegenteil!), aber doch ausreichend, um von einem spezifischen
Sound zu reden. Wobei man festhalten muss: Dieser Sound macht Spaß, macht an, ist wunderbar. Und nie so, dass man Gefahr laufen könnte, sich daran zu überhören. Im Gegenteil, es ist gar nicht so leicht, wieder auf andere Verstärker zu wechseln. Fast so, als
hätte Magri einen kleinen Suchtfaktor eingebaut. Vielleicht muss man sich das Gerät daraufhin noch
mal genauer anschauen: Wer weiß, vielleicht wird in seinem Inneren irgendeine betörende Substanz ver-
dampft. Aber Spaß beiseite… Wenn man ein Instrument selbst einmal gespielt
hat, ist man vielleicht besonders kritisch, wenn es um dessen tonale Aufzeichnung geht. Ein paar Jahre
Unterricht auf der klassischen Gitarre haben aus mir keinen großen Gitarristen gemacht (bedauerli- 
cherweise), aber ich weiß doch zumindest recht genau, wenn ich eine Schallplatte höre, ob dies eine
gute Abbildung einer klassischen Gitarre ist oder eher nicht: Meistens eher nicht. Natürlich, es gibt erfreuliche Ausnahmen. Zum Beispiel Andrés Segovia auf Telefunken-Decca (SAD 22010, LP), die ich als
Promo-Platte besitze und mir wie alle Promo-Plattenbesitzer selbstverständlich einrede, noch näher
an der Urmatritze zu sein. Aufgenommen im März 1967 in New York und Madrid verströmt die Sarabande von Bach auf der B-Seite einen so livehaften Charakter, dass man den Herrn mit der großen
schwarzen Brille und dem schütteren Haar, der so wunderbar unangestrengt spielt, sozusagen als Gast
im Zimmer hat. Umfangen von einem Meer von Klangfarben, das die Grandinotes beeindruckend
offenlegen, taucht man tief in diese Aufnahme hinein. Erlebt den Raum, der nicht ganz klein gewesen
sein kann, ungemein luftig erscheint das, eine Aufnahme, die durch die Grandinotes förmlich „atmet.“ Tonal scheint diese Scheibe auf unbestimmte
Weise richtiger, als ich sie bislang gekannt habe, und wenn Segovia in den tiefen Lagen spielt, bekommt
der Gitarrenkörper ungeahntes Volumen. Es mag nüchternere Verstärker geben als diese, aber
ganz sicherlich nicht sehr viele, die so viel Freude be- reiten, indem sie den Zugang zur Musik ebnen. Hier
ist röhrenhaft Luft zwischen den Instrumenten, ein gewaltiger Raum baut sich auf, und die Musik wirkt
trotz Extrakelle „Schönheit“ niemals künstlich, sondern – ganz im Gegenteil – vielleicht sogar natürlicher. So als würde etwas hinzugefügt, was der Musik
an anderer Stelle verloren gegangen ist. Ich weiß wohl, dass diese Deutung keinen streng naturwissenschaftlichen Maßstäben genügt, aber wir reden ja hier von der Empfindungsebene. Und offen gesagt,
die naturwissenschaftlichen Erklärungen zu den Klangschälchen des Franck Tchang haben mich auch
nie ganz zufriedenstellen können. Trotzdem hängen sie in meinem Hörraum. Weil ich sie für ein ganz
außergewöhnliches Tuningprodukt halte. Aber ich schweife ab. Oder doch nicht? Gehört es nicht eigentlich genau dazu? Welchen Aufwand muss man betreiben, um einem auf eine Schallplatte gepresstes
Tonsignal seine Natürlichkeit zurückzugeben? Noch haben wir es trotz modernster Verstärker nicht ganz
geschafft, mit dem Live-Ereignis gleichzuziehen und ein Konzert im häuslichen Wohnzimmer so zu über-
tragen, als säßen wir wirklich im Konzertsaal. Aber mit dieser italienischen Elektronik kommen wir
dem, sagen wir, etwas näher. Auf dem musikalisch wie aufnahmetechnisch
großartigen Doppelalbum(Deutsche Grammophon, 00289 479 3598, 2-LP) hat der vielbeachtete Violinist Daniel Hope sich 2013 dem Thema astronomische Harmonie und Sphärenmusik gewidmet.
Das einleitende, neu transkribierte „Imitazione delle campane“ des visionären Violinenvirtuosen Johann
Paul von Westhoff, der 1696 in Dresden eine Samm- lung von Partiten für Violine Solo schrieb (die ver-
mutlich für Bachs berühmte Sonaten und Partiten Vorbildfunktion hatten), lebt vom Kontrast einer
sehr ruhigen Kontrabasslinie (sehr voll und körper-haft!), über dessen sattem Fundament sich das Feuer
wahnwitzig virtuoser Violinenfiguren entfaltet. Ein ungemein vollständiger, räumlich-luftiger und sehr
breitbandig anmutender Klang, dem nichts Artifizielles anhaftet. Keine Härten, nichts Körniges. Scheinbar grenzenlose Dynamik, und dabei immer sehr schnell. Magri sagt, akustisch vereint er das Beste der
beiden Welten aus Röhren und Transistoren in seinen Geräten. Man mag das für Werbegerassel halten. Aber
wenn man sie hört, fällt es sehr schwer, ihm zu widersprechen. Ich kann mich in den letzten Jahren nur
an ein einziges Mal erinnern, da mich eine Elektronik ähnlich stark, fast magisch, berührt hat: Das war, als
ich den Kondo Overture PM-2 testen durfte, der ja ein Vielfaches kostet.
Der Proemio versteht sich übrigens auch glänzend mit meiner Pass-Endstufe und kann laut Magri wegen
seiner geringen Ausgangsimpedanz eigentlich jede Endstufe auf dem Markt treiben. Wenn man ihn allerdings mit der Grandinote-Endstufe gehört hat, fällt es sehr schwer, wieder auf eine andere Kombination
zurück zu wechseln. Das maximale Ergebnis wird, so ist zumindest mein Eindruck, dann erzielt, wenn bei- de Geräte derselben Philosophie entstammen. Wobei die Notwendigkeit, im eigenen Haus zu bleiben, bei
Vor- und Endstufe unterschiedlich groß ausgeprägt scheint. Nach einigem Hin- und Herwechseln und
verschiedenen Kombinationen mit Fremdgeräten komme ich zu dem (vorläufigen) Ergebnis, dass man
der Endstufe eher zwingend eine Grandinote-Vorstufe gönnen sollte (die rein symmetrischen Eingangsbuchsen legen ja auch nahe, dass sie ungern „fremd“-
geht), die Vorstufe aber sehr flexibel mit anderen Geräten kombiniert werden kann. Zusammen bilden
sie ein Dream-Team von einer Musikalität, die in diesem Preissegment kaum zu toppen sein wird. Sicher-
lich ist es auch nicht verboten, mal mit einem der beiden Verstärker (meistens wohl am besten mit der Vorstufe Proemio)
zu beginnen. Etwas Luft nach oben hat noch niemandem geschadet.
Und ist in jedem Fall eine großartige Perspektive. Bravo!

Aqua La Scala MK II im Test der EINSNULL HiFi Zeitschrift 2/17 Autor: Philipp Schmeckenburger Fotos: Aqua Acoustic Quality

Zur Info: Der tatsächliche Preis beträgt 6.600€!

Tonleiter

Aqua versteht etwas von Ladder-DACs, wie man bereits am La Scala MKII

gesehen hat. Doch die Italiener sahen noch Verbesserungspotenzial und lassen den DAC eine neue Stufe erklimmen.

Wie wohl kaum ein anderes Land der Welt verbindet man Italien seit Hunderten von Jahren mit den hohen Künsten. Spätestens seit der Renaissance, die im Mittelmeerstaat ihren Anfang nahm, genießen Kunst und Kultur hier und in aller Welt ein enormes Ansehen. Malerei, Bildhauerei, Literatur und Musik aus Italien brachten Legenden ihrer Fächer hervor, deren Namen noch heute von Kunstliebhabern voll Ehrfurcht ausgesporchen werden. Kein Wunder also, dass sich auch Hersteller von HiFi-Geräten ein wenig im Glanz dieser Tage sonnen und sich ums ein oder andere Mal auf die Geschichte und Kultur ihres Landes besinnen. So zum Beispiel die Firma Acoustic Quality, in der Branche meist kurz Aqua genannt.

Beheimatet im norditalienischen Mailand, einem der Epizentren der Renaissance, ist man hier natürlich ein wenig vorgeprägt. So findet man dort zum Beispiel eines der legendären Opernhäuser des Landes, das Teatro alla Scala.

So entschied man sich bei Acoustic Quality, eines der eigenen Produkte mit dem gleichen Namen zu ehren, den D/A-Wandler La Scala.

Eine Bezeichnung, die mehr als nur einen historischen Bezug aufweist, denn der edle italienische Wandler arbeitet nicht mit einem normalerweisen ünlichen Pulse-Code-Modulation-DAC, wie er in den meisten anderen Geräten vorkommt, sondern bedient sich das sogenannten Ladder-DAC-Prinzips. Hierbei wird die Wandlung von digitalen in analoge Signale nicht innerhalb eines einzigen Bauteils vollzogen, sondern mithilfe eines Widerstandsnetzwerks, das so angeordnet ist, dass der Aufbau den Sprossen einer Leiter ähnelt. Darum spricht man gewöhnlich von einem Ladder-DAC, selbst wenn die technische Bezeichnung R2R-Wandler lautet. So passt der Name La Scala also auch hervorragend zu Acoustic Qualitys DAC, da er eben nicht nur für das Opernhaus steht, sondern übersetzt ebenfalls Leiter bedeutet. Doch auch abseits aller Linguistischen Spielereien verdient sich der La Scala seinen Namen durchaus, denn Aqua bietet hier einen äußerst hochwertigen Wandler für Musikliebhaber an.

Aufmerksame Leser der HiFi EINSNULL werden gemerkt haben, dass wir bereits vor einigen Jahren schon einmal ein Exemplar zum Test da hatten, doch Aqua hat sich in der Zwischenzeit nicht ausgeruht, sondern das Kernstück des Wandlers noch einmal völlig überarbeitet. Doch dazu später mehr.

Dass der La Scala ein außergewöhnlicher DAC ist, merkt man auch ohne Blick auf die Wandlerplattform. Zwar stellt Acoustic Quality ausschließlich digitale HiFi-Komponenten her, doch deren Anmutung ist eher klassicher, um nicht zu sagen, analoger Natur. So bietet auch die massive Frontplatte des La Scala keinerlei Display, Anzeigen oder große Bedienfelder. Lediglich eine kleine LED weist darauf hin, ob die Phasenumkehr aktiviert wurde oder nicht. Informationen zur Abtastrate oder der Bittiefe findet man hingegen nirgends. So führt die Nutzung des Wandlers zwangsläufig dazu, dass man sich als Hörer mehr auf die Musik konzentriert, anstatt ständig zu überprüfen, ob die Bitrate des laufenden Stückes auch tatsächlich den Vorgaben entspricht.

Selbst die ausgewählte Quelle wird dem Nutzer des La Scala nur indirekt mitgeteilt. Anstatt eines Tastenfeldes mit passender Beschriftung bietet der DAC nämlich einen klassischen Drehschalter, dessen Positionen einzig mit römischen Ziffern bezeichnet sind. Ein Hauch italienischer Klasse also, der sich bei Betätigung umgehend in Wertschätzung niederschlägt.

Sehr sauber verarbeitet, lässt sich der Schalter nur mit der nötigen Überzeugung in Bewegung setzen, denn um den Widerstand des Auswahlreglers zu überwinden, ist ein beherzter Griff gefragt. Bei jeder Quelle rastet der Regler mit einem wunderbaren mechanischen Klacken in seiner neuen Position ein. Auch das Ein- und Ausschalten des Gerätes erfolgt über einen solchen Schalter, während die Phasenumkehr mit einem deutlich kleineren, aber ebenfalls fest sitzenden Wahlhebel vonstatten geht. Auf eine Fernbedienung verzichtet man bei Aqua hingegen vollständig, denn erstens ist der La Scala ein reinrassiger DAC, so dass eine Fernsteuerung nur der Auswahl der Quelle dienen würde. Zweitens möchte man ein solches Gerät auch gerne einmal berühren, wenn man seine Anlage vorbereitet. Für die einfache Hintergrundbeschallung ist ein Wandler wie der La Scala nämlich einfach zu schade, so dass man mit ihm das Musikhören ruhig ein wenig zelebrieren darf, auch wenn man sich dafür eben merken muss, welche römische Ziffer zu welchem Eingang gehört. Auch bei den verfügbaren Anschlüssen zeigt sich erneut das außergeqöhnliche des DACs, denn die Rückseite des Gerätes hält einige Überraschungen parat. So ist der erste Eingang gleich ein I²S-Anschluss mit einer RJ45-Buchse, die hauptsächlicht zur Verwendung mit dem hauseigenen DC-Transport La Diva dient. Gleich daneben befindet sich an Position zwei der USB-Anschluss für Streamer, Server und Computer, mit dem neben der I²S-Verbindung die höchsten Abtastraten möglich sind. Weiter bietet der La Scala eine klassische koaxiale S/PDIF-Schnittstelle, ebenso wie das etwas weniger verbreitete professionelle Pendant AES/EBU. Letzlich findet man noch einen weiteren S/PDIF-Eingang, jedoch nicht in Form der sonst üblichen Toslink-Schnittstelle, sondern mit einem BNC-Bajonett. Für den Anschluss an eine passende Vorstufe steht dann ein unsymmetrischer Cinch-Ausgang ebenso wie ein symmetrischer Stereoausgang per XLR-Anschluss bereit. Flexibilität ist also geboten, wie der Blick auf die vorhandenen Anschlüsse zeigt.

Von außen nur mit Mühe zu erkennen sind hingegen die beiden Röhren, die vor den Ausgängen sitzen. Sie sind nur durch einen schmalen Belüftungsschlitz an der Front erkennbar, der dem ansonsten geschlossenen Gehäuse frische Luft zuführt, damit die zwei ECC81 von Telefunken stet im optimalen Temperaturbereich arbeiten können, während sie dabei von MOSFET Transistoren unterstützt werden. Auf eine auffällige Beleuchtung oder ähnliches optisches Geplänkel verzichtet Aqua hingegen. Hier dienen die Röhren nicht der Effekthascherei, sondern einzig dem klanglichen Ergebnis. Dies wiederum ist bei einem DAC in erster Linie wohl vom Wandler selber abhängig und genau hier hat Acoustic Quality nun beim La Scala erneut angesetzt. Kam zuvor noch ein Ladder-Netzwerk, bestehend aus vie Burr-Brown DACs zum Einsatz, verwendet der La Scala nun die proprietäre Plattform names Optologic, die dem neuen DAC-Flaggschiff Formula entnommen wurde. Hier kommen nun vier Bänke mit je zwei 24-Bit-Widerständen pro Kanal zum Einsatz, die die digitalen Datenströme in analoge Signale umwandeln. Um dabei die beiden empfindlichen Sektionen voneinander zu trennen, nutzt Aqua Optokoppler zur Isolation, von denen die neue Plattfrom ihren Namen bezieht. Neben einer Verfeinerung der Schaltung hat die Umstellung auf die neue Wandlertechnik noch etwas anderes zur Folge. War der La Scala nämlich zuvor ausschließlich per I²S-Schnittstelle in der Lage, die Abtastraten-schallmauer von 192 kHz zu überschreiten, dürfen nun auch am USB-Eingang bis zu 384 kHz bei 24 Bit anliegen. Dazu erhält man über den Multifunktionsanschluss nun auch die Möglichkeit, DSD-Signale mit bis zu 5,6 Mhz zu übertragen. An den maximalen 192 kHz Samplingrate bei den verschiedenen S/PDIF-Varianten hat sich hingegen nichts geändert, da hier das technisch Mögliche schließlich schon erreicht war.

Auch am NOS-Prinzip des Wandlers hielt Aqua fest. So verwendet der La Scala nach wie vor keinerlei Oversampling, wie es bei einer Vielzahl anderer DACs eingesetzt wird. Dabei wird normalerweise versucht , durch eine erhöhte Abtastung des Signals ein besseres Wandlungsergebnis zu erzielen, was jedoch den Einsatz komplizierter Filter unabdingbar macht. So verzichten die Italiener also sowohl auf das künstliche Hinzufügen von Datensätzen, wie auch auf den Einsatz von Filtern. Das ist ehrgeizig gedacht, wird aber damit begründet, dass Filter stets die Natürlichkeit des Klangs beeinträchtigen. Zum Ausgleich muss also der Wandler ohne Filter umso penibler konstruiert sein, was für Acoustic Quality jedoch anscheinend kein Problem war.

Bereits der original La Scala MKII glänzte durch sein enorm offenes, natürliches Spiel. Qualitäten, wie sie auch beim La Scala Optologic hervortreten, jedoch wirkt das Spiel des überarbeiteten DACs nun nochmals ein wenig definierter. Ein leicht warmer Touch, bedingt durch die beiden Röhren der hybriden Ausgangsstufe, verleiht dem Klang des DACs trotzdem einen tollen Fluss, so dass das Endergebnis nicht eckiger klingt, sondern seine tolle Realitätsnahe beibehält. Auch das Timing und die Dynamik konnten dank des neuen Wandlers nochmals ein wenig zulegen. Auch der Optologic begeistert so mit seiner frischen, ungezwungenen Spielweise, die die Klänge erneut wie Wasser aus den Boxen fließen lässt.

Wer bereits einen La Scala MKII zu Hause stehen hat, muss sich nicht ein komplett neues Gerät kaufen, um in den Genuss der neuen DAC-Plattenform zu kommen. Alle Geräte, die bisher noch den alten Burr-Brown-Chipsatz verwenden, lassen sich nämlich auch im Nachinein auf die neue Version upgraden. Doch nicht nur Bestandskunden profitieren von den zusätzlichen Bemühungen, die Aqua in den La Scala investiert hat, denn auch wer noch keinen der edlen Ladder-DACs sein Eigen nennt, kann sich hier von den Italienischen Qualitäten überzeugen.

Besuchen sie Aqua Acoustic Quality auf Ihrer Homepage für mehr Informationen! [LINK]

Wir sind für Euch natürlich auch auf der High End in München (18.-21.5.2017) vertreten :

Audio Offensive mit einigen Exponaten von fast jedem Hersteller Halle 1 D 15

  • Abyss Kopfhörer und JPS Kabel : Halle 3 N 06
  • Aqua auch im Atrium 4 im Raum 210
  • bei Odeon mit den neuen großen Odeon Systemen.
  • Tektron Audio : Halle 1 Stand C 15.
  • Graham Audio Halle 3 Stand K 02
  • Atrium 4.2 E 225 bei E.A.R. Yoshino
  • Grandinote : In Front der High End in der bei Martion Audio Systeme im Spiegelsalon, Lilienthalallee 37
  • Karl-Hammerschmidt Str. 45, 85609 Aschheim, mit dem Auto, je nach Verkehrslage ca. 20-30 Minuten Shuttleservice möglich. Vorführung dort : Komplettanlage Grandinote mit den neuen Grandinote Mach 4 Speakers.

120,000 Euro Headphone System at Munich High End 2017 Halle 3, N06

Along with the world debut of our sexy Diana® headphone dressed in various outfits,
Abyss Headphones will have a very special high-performance headphone system
sporting a retail price in excess of 120,000 €, the finest in headphone systems.
Visitors can sit and enjoy high resolution studio master quality music listening to the
reference AB-1266 Phi headphone played through a world-class reference headphone system.

120,000€+ headphone system composed of the following equipment:

Abyss AB-1266 Phi Complete Reference Headphone Package [www.AbyssHeadphones.com]
Woo Audio WA33 Elite Edition Reference Tube Headphone Amplifier [www.WooAudio.com]
Lampizator Golden Gate Balanced DAC [www.Lampizator.eu]
Aurender W20 Reference Music Server [www.aurender.com]
Stillpoints ESS Shelf Support System and Ultra 6 Isolation [www.stillpoints.us]
JPS Labs Super Aluminata Reference cabling [www.JPS-Labs.com]
KR Audio High Performance Tubes [www.TheEvolutionOfSound.com]
Visit the Abyss Headphones show page for more information.

Wir zeigen euch die neuen KR Audio Referenz Monoblöcke VA 200!

Wo? auf der High End, Halle 1 D 15

VA200 – Preliminary Data

Dual Mono-block Amplifier

Technical Data (one channel)

Power Tubes > 8 x KR842
Output Stage > circlotron, class A
Output Power > 200 W RMS (THD=1%)
Output Impedance > 4, 8 Ohm
Frequency Response > 20Hz 40KHz (-3dB)
Global Feedback > zero
Input Sensitivity > 1V RMS / 100k@ 200W
Power requirements > 230/115V AC, 50/60 Hz
Power consumption > 1kVA
Operating temperature > 5C to 40C
Weight Approx. > 40Kg
Dimensions including projecting parts and controls (w/h/d)
Approx. 38.5 x 28 x 55 cm

Wir wollen mit Ihnen ein paar Rezensionen teilen über die Kiseki Produkte!

In der heutigen Welt der verrückten Cartridges, bietet es einen anspruchsvollen Sound weit darüber hinaus, was Sie erwarten würden für $ 3299 !”  

Kiseki’s Blue N.S. moving coil cartridge lässt mich einfach die Musik genießen

Die Rückkehr eines Alten und die Einführung eines Neuen.

Der Kiseki PurpleHeart N.S. Produzierte eine reiche, einladende harmonische Palettenanzeige direkt aus der Box.

Ich bin froh zu sagen, dass der Blue N.S. bewundernswert ist

Der Kiseki PurpleHeart N.S. Ist meine Nummer 1 der Referenz Cartridges geworden

Ich fühlte mich, als ob ich alles hörte, was die Musiker, Produzenten und Ingenieure mir beabsichtigten, zu hören und zu fühlen” 

 

Abyss Headphones introduces the new AB-1266 Phi

Crazy resolution from the lowest notes on up…

Model AB-1266 Phi Headphone

Wir haben einige sehr coole News über dem ikonischen Abyss AB-1266 Kopfhörer.
Bei der Entwicklung des weltweit dünnsten Boutique-Kopfhörers Diana® wurden neue Hightech-Magnetiken geschaffen, die es uns erlaubten, den AB-1266-Wandler weiter zu verfeinern.
Wir produzieren jetzt neue Planar-Treiber für das AB-1266, das aktualisierte Modell namens AB-1266 Phi, nach dem Kleinbuchstaben griechischen Symbol φ.
Viel verbesserte Transparenz für die Quelle, verrückte niederfrequente Auswirkungen und Auflösung, furchtsame Vocals, ein klares Fenster zur Quelle. Wenn es jemals einen Kopfhörer gibt, der Sie zurück zum Studio transportieren kann, ist es dieser!
Die besten Attribute der feinsten dynamischen, planaren und elektrostatischen Kopfhörer, alles in einem. Anders ausgedrückt, die Hochleistungs-Audiowiedergabe wird niemals gleich sein.
Für weitere Informationen besuchen Sie Abyss-Headphones.com
Vielen Dank!

 

pdfSpezifikationen vom AB-1266 PHI [PDF]

Test aus der stereoplay 03/2016 Autor: Stefan Schickedanz  Bilder: stereoplay

Graham Audio LS 3/5

                                                Hochohmiger Monitorlautsprecher

Für alle, die tatsächlich noch nie vom legendären BBC Monitor LS 3/5 gehört haben, sei ein Vergleich mit der Musikwelt gestattet: Wie „My Way“ überdauerte er die Geschmäcker vieler Generationen. Und wie bei dem von Elvis, Frank Sinatra und Robbie

Williams gecoverten Paul-AnkaSong gibt es kaum einen großen Namen der HiFi-Welt, der sich noch nicht an einer eigenen Interpretation der ausgesprochen kompakten Zwei-Wege-Box versucht hat: etwa Rogers, Spendor, Harbeth, KEF und eben Chartwell. Im Fall der Graham Audio erhielt Firmengründer Paul Graham Unterstützung von Derek Hughes, der bei Spendor für die LS 3/5 zuständig war. Die grundsätzliche Konstruktion kam derweil von der BBC. Der Staatssender benötigte in den 70er-Jahren einen Monitor für Außenproduktionen. Die Treiber

der Graham Interpretation der LS 3/5 Chartwell werden nach Vorgaben von Derek Hughes bei SEAS und Volt nach Maß gefertigt. Dabei handelt es sich um eine 1,9-cm Weichkalotte und einen 11-cm Tief-/Mitteltöner, der aus Bextrene besteht. Solche kleinen Treiber kommen dem Rundstrahlverhalten entgegen und sorgen für ein Zusammenrücken der beiden akustischen Zentren, was im Nahfeldbetrieb,

für den der Mobilmonitor gedacht ist, besonders zählt. Was für Liebhaber ausgefallener Boxen-Spezialitäten zählt, ist auch das in Handarbeit in England gebaute Gehäuse mit seiner verschraubten Rückwand. Es sagt dem kundigen Betrachter aus jeder Richtung, dass dieser 5,3 Kilo schwere Mini nicht irgendwo in einer fernöstlichen Massenherstellung vom Band gelaufen ist.
Neben der LS 3/5 aus Birke mit Kirschholzfurnier gibt es gegen Aufpreis eine noch edlere Rosenholz-Ausführung. Die aufwendig aufgebaute Weiche – sie nimmt fast die ganze Rückwand ein – verzichtet zwar auf eine Impedanzkorrektur, bleibt aber unkritisch. Die hochohmige Box braucht viel Spannung, aber wenig Strom. Damit würde man sie nicht unbedingt als ideale Partnerin für den Lyric TI-100 sehen. Doch die in Deutschland entwickelte Röhre harmonierte durchaus mit der Britin. Sie entlockte ihr einen seidigen, cremigen Klang, ohne irgendwelche Bereiche mit künstlicher Süße zu überziehen. Der Bass wirkte kontrolliert, zudem für dieses Format erstaunlich tief und satt – selbst im großen, mittelstark bedämpften stereoplay Hörraum.
Erstaunlich laut. Die LS 3/5 spielte größenbezogen erstaunlich dynamisch. Der Old-School-Monitor wirkte dabei transparent, plastisch und löste überragend auf. Die größten Tugenden waren seine Homogenität und der exzellente Spielfluss mit perfektem Timing. Während sich Attacke und Spritzigkeit in den Höhen mit einem hochwertigen Transistor-Amp noch steigern ließen, verloren dann die erstaunlich akzentuierten Bässe etwas von ihrem Volumen durch kürzeres Ausschwingen – was sie ihrer Autorität beraubte. Man kann mit der LS 3/5 alle Musikstile mit puristischer Ästhetik plus innerer Stimmigkeit genießen. Nur sollte man sie nicht mit gleich teuren Standboxen vergleichen. Was dann passiert, lässt sich beim Umstieg von Naschereien aus dem Supermarkt auf Produkte aus dem Bioladen beobachten: Im ersten Moment schmeckt es etwas fad. Auf diesen Lautsprecher muss man sich einlassen, dann entführt er einen in eine andere Zeit- und Raum-Dimension.
Ein Test von audio.de vom 07/2015 über den Grandinote Demone Autor: Johannes Maier Bilder: Grandinote Homepage

UNO, DUE, TRE..

Erfüllen immer mehr highendige Amps die Forderungen ”wenig Gegenkopplung” und
”Class-A”, kommt jetzt ein Italiener zudem mit einer Halbleiter-Schaltung mit
Ausgangs
trafo raus. Und setzt damit dem Verstärkerklang eine ganz neue Krone auf.
Auch wenn sich Don Camillo und Peppone ein paar
Kilometer weiter östlich stritten und der Po nicht
direkt durch die Ortschaft in der Provinz Padua
fließt: Ein für Italien typischere (einst zu rund 3000 Seelen zusammengelegte) Gemeinde als Bressana Bottarone gibt es nicht. Und wie sich’s gehört: In der dortigen
Via Primo Maggio tüftelt ein schwarzbärtiger Herr namens Magri Massimilano an Geräten herum, die mit ihren Rahmen aus schweren Alu-Profilen und ihren verchromten Deckel-Blechen auf den ersten Blick wie professionelle Kaffeemaschinen aussehen.
Mit immer noch ordentlichem Appetit vernahmen die
Tester, dass es sich bei den Produkten der Firma Grandinote um Verstärker handelt. Die Zuneigung steigerte
sich sogar bei dem Zauberwort „Class A”. Und verschwand auf der Stelle bei der Nennung des Preises:
Weil die italienische Firma für ihre Monoblock-Flaggschiffe namens Demone nicht die unter Highendern gerade noch gängigen 20k, sondern bereits diabolische
40 000 Euro verlangt.
Aber was meint der selbstbewusste Meister mit dem
Begriff „Magnetosolid”, den er in seinen Prospekten zitiert. Aha, so la la das gleiche wie AUDIO’s Redakteure
und Techniker, die seit geraumer Zeit bei potentiellen
Herstellern mit ähnlichen Ideen hausieren gehen. Denn
am Beispiel von Dutzenden getesteter Verstärker mussten sie feststellen, dass Single Ended und echtes (!)
Class A, also die Betriebsweise ohne Gegentakt-Übernahmeverzerrungen und mit den geradesten Kennlinien,
bei Röhren zu relativ handfesten Egebnissen führt – und
bei Halbleitern mangels Leistung oftmals nur zu
Schwächlingen fürs Kuriositätenkabinett
Der simple Grund: Die Röhren-Amps
besitzen einen Ausgangstrafo, der ihnen
mit einem bestimmten Übertragungsverhältnis dabei hilft, den zunächst limitierten Strom (der ja bei Class A den Ruhestrom nicht übersteigen soll) zuletzt
doch noch in ordentliche, Boxen-gängige Happen zu verwandeln.
Bei Transistorverstärker herrschte in
den letzten Jahrzehnten aber offenbar
das Gesetz vor, dass sie „eisenlos” zu
arbeiten hätten (prominente Ausnahme:
die Spartrafo-AB-Wattgiganten von
McIntosh). Ein Gesetz, das Massimiliano schon vor Jahr und Tag in den Po entsorgte und fortan mit Freuden Magnetkern-Übertrager sowie Class-A-„Solid-
State”-Transistoren zu „Magnetosolid”-
Ausgangsstufen verband.
Und wenn schon denn schon: Werden
zwei symmetrisch angesteuerte, gleich
aufgebaute aber unabhängig arbeitende
Single-Ended-Verstärkerzüge – der eine
an diesem und der andere an jenem Primärwickel-Ende – am Schluß via Übertrager verbunden, gibt es nicht nur keine
Übernahme-, und keine groben Kennlinien-, sondern eigentlich überhaupt keine
Verzerrungen mehr! Denn das bisschen
was die eine Seite überhaupt noch an
Unrat produziert, kommt von der anderen Seite ja auch am Trafo an. Der Trafo
sorgt nun dafür, dass die Störungen gegenphasig aufeinandertreffen, so dass
ihnen nichts anderes übrig bleibt, als
sich untereinander aufzuheben.
Wunderbar, denn so durfte Massimiliano auch auf die übliche Gegenkopplungsschleife verzichten, die wegen ihrer unvermeidlichen Zeitverzüge oftmals nicht viel mehr korrigiert als neue
Probleme schafft. Und en passant: Die
Hübe der beiden Single-Ended Seiten
addieren sich zu doppelten auf, so dass
– vom Übertrager passend umgespannt
– doppelter Strom fließen und sich die Leistung nach Vater Ohm und der Formel 2 x 2 vervierfachen kann.
Laborchef Peter Schüller und der Autor
sahen sich nach Demone-Sichtung an:
Wussten wir’s doch, im Prinzip darf man
gar keine anderen Verstärker bauen!
Allerdings hat die Natur davor Schweiß
gesetzt: Obwohl der Ausgangsübertrager eines Demone ähnlich aussieht wie
der Netztrafo, deuten schon die vier Einzeladern der Primär-Anschlusses auf einen wahrlich verwickelten Aufbau mit
hohem Kraftschluss hin. Der eiserne
Ringkern bestehe – was AUDIO gern
glaubt – aus einer kniffligen Legierung.
Messlabor

Um Vorab-Sauberkeit zu gewähren hat
Grandinote überdies jede der drei Stufen
einer Halbseite Single-Ended ausgelegt
und mit eigens stabilsierten und von einer
Unzahl von Elkos zwischengespeicherten Versorgung bedacht.
Da kann – im äußersten Notfall opfern sich
Schmelzsicherungen – eigentlich wirklich
nichts mehr schiefgehen, und richtig, so
klang es denn auch! Oder auch nicht,
denn die Demone schafften es auf der einen Seite, wirklich für nichts zu sorgen,
für Null, nada, absolute Stille, für einen
schwarzen Hintergund, der sich bis in die
Ewigkeit erstreckt. Und während die HiFi-
Weltpresse diesen oder jenen Tiefton-
Pudding schon als Wunderbass feiert,
fährt aus dem Demone-Nichts mit unaufhaltsamer Kraft und präziser Bewegung
etwas wirklich Dreidimensionales, Greifbares, Wägbares und Urgesundes heraus.
Natur pur, fuhr es den Testern durch den
Kopf. Und ähnlich wie bei der famosen
Class-A-Röhre Transmitter von NAT (AUDIO 7/14, 140 Punkte) wurde es ihnen
wieder bewusst, was bei nicht ganz so
günstiger Verstärkung alles schief laufen
kann. Etwa Frauenstimmen, die mal zu
frech-kindisch, mal zu wallkürenhaft und
dann je anschwellender desto aufdringlicher klingen. Nicht so bei unseren tapferen Class-A-Italienern: Über sie singen

die Damen wohlgemut so wie der Herr

gott sie schuf und dann strecken sie –
gleichsam – den mal zu fahlen, mal überbelichteten Phantom-Ebenbildern aus
den minderen Verstärkern ihre rosigen,
wohldurchbluteten Zunge raus.
Weil die Demone – zur Demonstration genügten die Sonics-Allegra-Arbeitsmonitore – die Musik als Ganzes und nicht als
manieriertes Flickwerk schildern, schickt
es sich eigentlich nicht, von Tiefen, Mitten
und Höhen zu reden.
Also mit Bedacht: Die Demone zeigten,
dass ein Klavierlauf auch ohne künstliches
Blitzlicht perlt und funkelt – und das die
Percussion auch ohne Feuerwerks-Schärflichkeit funktioniert.
Im Wesentlichen geht es diesen Monoblöcken aber um den inneren Zusammenhang, etwa darum, wie sich ein Gitarren-
Rhythmus mit der mal galant dahinziehenden, mal straff pulsierenden Bass-Strömung reibt. Und nicht nur um schmetternde Bläser, sondern darum, wie das Musik-
Uhrwerk die Rädchen des Jazz-Ensembles zur Arbeit treibt.
Entsprechend genial, Instrument für Instrument und doch als Gesamtkörper stellen die Monoblöcke Orchester dar. Und
pars pro toto gibt es für den Highend-
Klassikhörer eine entscheidende Information: Dass er bei der Demone-Wiedergabe von Violinen selbst bei Paganini-Teufeleien nicht zittern muss.
Ein Testbericht aus der stereoplay 03/2016 Autor: Roland Kraft Bilder: stereoplay

Tektron TKEL34PSES

Vollverstärker in Parallel -Single -Ended -Technik

Wenn es jetzt sizilianisch und eher bodenständig altmodisch wird, müssen die
Fans penibel bestückter Platinen und mit dem Lineal gezogener Drähte tapfer sein. Denn
dieser Röhrenvollverstärker aus dem sizilianischen Catania huldigt jener nonchalanten Bauart, mit der sich praktisch die ganze frühe Unterhaltungselektronik durchgeschlagen hat. Und das hat funktioniert. Und im Falle von Omas Küchenradio sogar jahrzehntelang.
Genau so wollen das (manche) Röhrenfans haben. Ein schöner Holzrahmen. Eine Kupferplatte als Basis für das Chassis. Dicke schwarze Transformatoren. Sprichwörtlich
freie Verdrahtung. Und runde schwarze Knöpfe, die aussehen, als hätte man sie von einem 1950er-Radio abgeschraubt.
Das ist so weit nicht hergeholt, immerhin beschäftigt
sich der Chef der Manufaktur, Attilio Caccamo, auch mit der Restauration historischer Radios.
Dass es – gegen Aufpreis – sogar eine Fernbedienung für den Tektron-Vollverstärker TKEL34PSES-I gibt, muss deshalb fast schon als
(immerhin willkommener) Stilbruch notiert werden.
Eintakt-Parallelbetrieb
Trotz des Vierfach-Ensembles
von Endröhren des Typs EL34B handelt es sich bei dem 18 Kilo-gramm schweren Tektron nicht um einen üblichen Push-Pull-Amp.
Sondern vielmehr um ein Eintakt-Konzept: Hier wurden
je zwei Endpentoden pro Kanal zur Leistungssteigerung parallel geschaltet. Doch auch so reißt dieser Vollverstärker bestimmt noch keine Bäume aus,
sondern bleibt auf wirkungsgradstarke Lautsprecher angewiesen.
Eingangsseitig setzt der Italiener auf einen Klassiker der Röhrentechnik: die 6SN7. Zwei weitere Glaskolben (5AR4) auf
der wahlweise in Messing oder lackiertem Kupfer erhältlichen Chassisplatte werkeln als Gleichrichter; das sieht man
heutzutage eher noch bei kleinen Eintaktern. Der Grund für den zusätzlichen Aufwand gegenüber simplen Gleichrichterdioden leuchtet aber ein, denn
so enthält die Anoden-Gleichspannung keine hochfrequenten
Schaltstörungen. Anschließend folgen im Netzteil durchaus üppig dimensionierte Siebkondensatoren.
Trotz – oder gerade wegen– seines schönen Holzrahmens muss sich der Vollverstärker
auch Kritik gefallen lassen: Mit der Beschriftung wurde sehr
sparsam umgegangen und das Wenige ist nur schlecht lesbar. Der Pegelsteller ist übrigens das Knöpfchen in der Mitte…
Röhrenklang
Wenn man mit Röhrenklang eine tendenziell freundliche, vielleicht sogar mehr als nur
eine Spur abgerundete Wiedergabe verbindet, dann ist man beim Tektron-Vollverstärker
genau an der richtigen Adresse.
Bei einer auffallend guten Tiefenstaffelung, aber nicht rekordverdächtig breiten Bühne musiziert der sizilianische Vollverstärker stets spielfreudig mit einem vollen, warmen und sehr
homogenen Ton, der freilich noch nicht einlullt, sondern
schlicht und bisweilen ergreifend natürlich und bezaubernd schön wirkt.
Musik hören kann man so stunden- und tagelang ohne jeden Stress.
Präsent und aufgeweckt
Mit einem eher nach vorne orientierten, schon in der Lautsprecherebene beginnenden Klangbild wirkt der Parallel-Eintakter
dabei durchaus präsent und immer aufgeweckt.
Er legt aber seinen Schwerpunkt nicht auf möglichst viel Transparenz, sondern eher auf einen wunderbar zarten und natürlichen Ton.

Wie gut das bei Stimmen und natürlichen Instrumenten wirklich funktioniert, wird erst dann

klar, wenn die Hörsession wie der viel länger dauert als geplant.
Man mag diesen Amp einfach nicht ausschalten.
Und zum Glück ist der Preis für ein gematchtes Endröhren-Quartett überschaubar.
Drei Hochpegeleingänge und ein offenkundig salomonisch in die Mitte zwischen Acht- und Vier-Ohmlasten gelegter Ausgangsübertrager ohne Extra-Anzapfungen. Auf Wunsch fertigt Tektron auch spezielle Übertrager, so etwa für ausgeprägt hochohmige Lautsprecher.

Introducing the new Graham Audio Chartwell LS6 –

Following the success of the Graham Audio LS3/5 & LS5/9, we decided to develop a speaker that had the smoothness of both with the extension and power handling of the 5/9, but in a more compact cabinet.

Graham Audio - Monitor Loudspeaker

The result is the Chartwell LS6, designed by Derek Hughes it is a 17 litre speaker using a custom built long throw 18cm Polypropylene driver, giving us similar LF power handling as the LS5/9, together with the 19mm tweeter that has been so well regarded in the LS3/5.

A large rear mounted port give deep effortless bass, while keeping the front aspect compact so as to blend easily into typical domestic environments.

A sophisticated crossover network blends the units and equalises the overall response for optimum performance in free space. A switch on the front baffle adjusts the tweeter level to +1 or +2dB. This can be useful for situations where the listening position is off axis to restore the response to optimum.

As with the rest of the Graham Audio range, the cabinet uses the classic BBC “thinwall” construction, where the panels are mass-loaded to ensure that resonances are moved away from the critical mid-range region, and a layer of Rockwool held in place by fabric provides air damping. Hand-matched veneers are applied and finished to a very high standard. The grille is carefully designed to minimise diffraction effects and is held in place by concealed rareearth magnets.

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Impressionen von den Norddeutschen Hifi Tagen in Hamburg

Auf den Norddeutschen Hifi Tagen am 3. und 4. Februar 2017 im Holiday Inn in Hamburg hatten wir im Raum 1604 über den Wolken im 16.Stock eine Vorführung bei der wir analoge und digitale Quellen verglichen haben unter anderem den neuen Aqua La Scala MK 2 Otologic (5.780 Euro) und auch die neuen Odeon Seraphin (ab 7.200 Euro) vorgestellt haben.
Obwohl der Zugang nicht ganz leicht war, da nur ein von drei Fahrstühlen im 16. Stock hielt, war unsere Vorführung immer voll und wir haben in viele zufriedene Gesichter gesehen.

Einige musikbegeisterte Hörer meinten, dass Sie bei uns die beste Vorführung der ganzen Veranstaltung gehört haben.

Audio Offensive auf den Norddeutschen Hifi Tagen

Samstag, 4.2. – Sonntag, 5.2.2017 jeweils 10-18:00 Uhr

Audio Offensive unterwegs

Holiday Inn, Raum 1604, auf den Norddeutschen Hifi Tagen
Aqua Digital Audio und Dr. Feickert Blackbird mit Schröder CB Carbon Tonarm und Kiseki Purpleheart MC System
An Verstärkern von Kron Audio, NAT, Grandinote und Tektron
An Graham Audio LS 3/5 und Odeon Audio Lautsprechern
Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Voranmeldung per E-Mail.

STEREOPLAY zu den Westdeutschen Hifi-Tagen in Heft 12-2016

Fürs Ohr und fürs Auge :
Die Kiseki-Tonabnehmer spielten an einer Kette mit Graham LS 3/5 – mit der beste Sound der Messe.

pdf Zum vollständigen Messebericht [PDF]

Audio Offensive unterwegs

Samstag, 19.11. ab 10:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr im Raum Köln

Die Adresse teile ich gerne kurzfristig per Email mit.

Es wird vorgeführt:

aqua acoustic quality – Digitale Musikkomponenten aus Italien
Die Firmenbezeichnung aqua steht nicht für Wasser, sondern für Acoustic Quality. Das norditaliensche Unternehmen fertigt zwei verschiedene DACs, den La Voce S 2 (ab 2.340 Euro) und den La Scala S 2 für 4.890 Euro sowie das passende CD Laufwerk La Diva (7.590 Euro) mit der hauseigenen AquaLink I2S Schnittstelle.

Die elegante, leichte geschwungene Linienführung aller Geräte und das sehr edle, aufgeräumte und übersichtliche Design vermitteln eine Wertigkeit, die unmittelbar an den “Haben Wollen Impuls” appelliert.
In seinen Digital Anlog Wandlern verwendet Aqua Ladder DAC Chips in höchster Qualität (BB 1704K). Die Mailänder setzen auf ein so genanntes DFD Decoding (Direct from Decoder), das keinerlei Filter nutzt, und eine reine Signalqualität verspricht. In den Ausgangsstufen arbeiten zwei Triodenröhren mit einem Mosfet Transistor. Eine galvanische Trennung samt magnetischer Abschirmung isoliert die analogen von den digitalen Schaltkreisen, und eine präzise Masterclock garantiert das absolut richtige Timing..
+ jetzt ganz neu: der Aqua La Formula – Referenz DAC !

+ feine Röhrenverstärker von KR Audio und NAT, wie die neuen großen Referenz Monoblöcke KR Audio VA 200, NAT Vorverstärker New Symetrical und Magnetostat,

Single Ended Vollverstärker KR Audio 300 B und VA 355i und der neue NAT Single Vollverstärker, außerdem der KR Audio VA 680 Kronzilla Endverstärker und die NAT Transmitter Monoblöcke (beide Referenz der AUDIO).

Die preiswerteren Röhrenvollverstärker KR Audio VA 880i und VA 830i (4x KR Audio 300B XLS !) werden auch demonstriert.

Im Vergleich dazu gibt es von der italienischen Firma Grandinote, Verstärker, die nach dem Magnetosolid Prinzip aufgebaut sind, zu hören.

Die zu hörenden Modelle sind: Shinai, Silva und Proemio.

Als Lautsprecher kommen BBC Monitor Lautsprecher von Graham Audio/England zum Einsatz.

Westdeutsche Hifi Tage

Am Sonntag, 2.10. und Montag 3.10. ab jeweils ab 10:00 Uhr auf den westdeutschen Hifi Tagen im Maritim Hotel Bonn (Zimmer 366). Bei EAR Yoshino und Audio Offensive.

Es wird vorgeführt:
Quellen: EAR Yoshino Acute Classic CD Player und Dr. Feickert Blackbird mit Schröder CB Tonarm und Kiseki Purpleheart.
Vorverstäker: EAR Yoshino 868 PL
Vollverstärker: EAR Yoshino 8 L 6 Vollverstärker
Lautsprecher: Graham Audio LS 3/5 Chartwell BBC Monitore